Kundenorientierung – Aber wie, bitte?

Als Service-Excellence-Expertin bin ich stets auf der Suche nach guten Beispielen, wie Unternehmen ihre Kunden in Begeisterung versetzen. Die Tage kam bei mir etwas ins Haus geflattert, das ich Ihnen nicht vorenthalten möchte. Das Unternehmen zeigte auf anschauliche Weise, was Kundenorientierung bedeutet.

Für meine Arbeit benötige ich professionelles Trainerinnen-Equipment. Für meine Trainings fertige ich jedes Mal individuelle Flipcharts an. Ich habe die Erfahrung gemacht, dass sich damit die Menschen weitaus mehr begeistern lassen als mit einer Präsentation.

Kurzum: Ich erhielt Werbung von meinem Lieferant für Stifte & Co.

Wenn Sie meinen Blog verfolgen, wissen Sie schon: Werbung landet bei mir ungeöffnet im Müll. Außer in Ausnahmefällen. Und das war so einer.

Da kam ein DIN A4-Faltblatt in der Plastikhülle und ich spürte schon, dass da noch mehr drin sein musste. Es fühlte sich merkwürdig uneben an. Meine Neugierde war geweckt. Die übersichtliche und schön gestaltete Broschüre sprach mein Trainerinnen-Herz an. Selbstgezeichnete Bilder, bunte Farben und kalligraphische Schriftzüge. 

Das Papier informierte mich über

  • das Refillsystem von Stiften sowie
  • eine individuelle Farbzusammenstellung.

Auf der Rückseite der achtseitigen Broschüre war ein großes Poster zu finden. Es sah nicht nur nett aus, sondern griff auch noch das Thema auf: Farbwelten.

Und dann stieß ich schließlich auf die „Unebenheit“. Die Firma hatte einen hübsch bedruckten Jutebeutel hinzugepackt.

Ach, wie praktisch, dachte ich mir. Dann kann ich meine Stifte unterwegs in den Beutel packen. 

Nachdem ich mit der Lektüre des Flyers fertig war, war ich aber klüger. Hier sollten leer geschriebene Marker „geparkt“ werden, um in einem nächsten Schritt gemeinschaftlich aufgefüllt zu werden. Ahhhh, klar, sie bewarben ja auch das Refillsystem!

Was hat das alles mit Kundenorientierung zu tun?

Ich muss sagen, das gefiel mir. Und es machte mir mal wieder Eines bewusst: Wir machen uns so oft Gedanken darüber, was wir unseren Kunden als kleine Giveaways mitgeben können – ohne darüber nachzudenken, was denn die Kunden denn tatsächlich brauchen könnten. Leben wir die Kundenorientierung, wählen wir nicht die öden Fruchtgummis, die es überall als Giveaway gibt. Wir stellen den Kunden in den Fokus, wir nehmen seinen Platz ein und überlegen uns, was uns nicht nur überraschen, sondern auch gleich begeistern würde.

Zugeben muss ich allerdings, dass den wenigstens Menschen so gute Ideen auf Kommando einfallen. Das heißt nicht, dass Sie den Kopf in den Sand stecken müssen!

Hier ein paar Tipps, wie auch Sie eine originelle Lösung finden, Ihre Kunden zu begeistern.

  • welches Produkt möchten Sie bewerben?
  • versetzen Sie sich in die Lage Ihres Kunden
  • was könnte Ihr Kunde gebrauchen, das in Zusammenhang mit Ihrem beworbenen Produkt steht?
  • sammeln Sie die Ideen in einem Brainstorming
  • beziehen Sie Ihre Mitarbeiter mit ein
  • honorieren Sie gute Ideen, machen Sie vielleicht einen internen Wettbewerb
  • beobachten Sie Ihre Wettbewerber – „me too“ fällt keinem Kunden auf
  • lassen Sie sich von anderen Branchen inspirieren
  • wenn Sie auf dem kreativen Schlauch stehen, machen Sie ein Kreativitätstraining
  • kommunizieren Sie Ihr Produkt konstant durch (inhaltlich, optisch, haptisch)

Viel Spaß beim Ausprobieren!