KORUs Blog - Inselmodell

Von Robinson Crusoe und der einsamen Insel

Vera F. Birkenbihl hat mit dem Inselmodell einen interessanten Ansatz der menschlichen Interaktion entwickelt, der vor allem wegen seiner einfachen bildhaften Erklärung so eingängig ist. Da wir uns andauernd mit unseren Mitmenschen in Kommunikation (verbal und nonverbal) befinden, kennt jeder zur Genüge Situationen, in denen bei unserer Kommunikation offensichtlich etwas schief gelaufen ist. Hier einige Beispiele:

– 1 –

Der Lehrer steht vorne im Klassenzimmer und möchte mit autoritärer Art seinen Stoff durchbringen. Die Schüler schalten auf stur und boykottieren die Mitarbeit, indem sie sich unterhalten und nicht aufpassen.

– 2 –

Frau und Mann fahren zusammen Auto. Beim Einparken der Frau sagt der Mann: „Pass auf die Bordsteinkante auf.“ Die Frau geht in die Luft und schreit: „Du glaubst wohl, dass ich kein Autofahren kann?!“

– 3 –

Zwei Kollegen stehen in der Küche, der eine bester Laune, der andere offenkundig betrübt. Fragt der eine Kollege den Niedergeschlagenen strahlend: „Und wie geht’s so?“. Der Niedergeschlagene verlässt noch betrübter den Raum.

Kommunikation ist etwas Alltägliches und wie schon Paul Watzlawick treffend festgestellt hat, wir können einfach nicht nicht kommunizieren. Ich möchte Ihnen heute das Inselmodell vorstellen, um zu zeigen, wie wir ganz einfach unsere Kommunikation harmonisieren können.

Das Modell geht, wie der Name schon sagt, davon aus, dass alle Menschen auf bzw. in ihrer eigenen Insel leben. Im Prinzip sind wir also alle kleine Robinson Crusoes. Allerdings sieht jede Insel anders aus, sie wird beeinflusst durch Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft.

Erfahrungen, Vorurteile, Meinungen, Standpunkte, Weltbild, etc.

Alles, was uns in der Vergangenheit geprägt hat

Derzeitige Stimmung, Wünsche, Ängste, Hoffnungen, Erwartungen, etc.

Alles, was uns im jeweiligen Moment beeinflusst

Wünsche, Ängste, Hoffnungen, Erwartungen, etc.

Alles, was wir der Zukunft zuordnen und mit ihr verbinden

Nun gibt es zwei mögliche Zustände: Unsere Insel überschneidet sich mit der des anderen, also eigentlich gibt es überhaupt keine zwei Inseln, nur eine große. Das bedeutet, unsere Erfahrungen und Einstellungen überschneiden sich weitestgehend mit denen des anderen Robinson Crusoes, es besteht Einigkeit. Analysen von Vera Birkenbihl haben ergeben, dass Gesprächspartner in diesen Situationen das Gespräch als positiv (interessant, faszinierend, etc.) empfinden.

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Die andere Möglichkeit ist, dass unsere Insel physikalisch von der des anderen getrennt ist, das die Inseln mitten im Ozean liegen. Die Einstellungen von uns und des anderen Robinson Crusoes sind grundlegend verschieden. Jetzt könnte man meinen, dass ein solcher Zustand als bereichernd angesehen wird, denn unsere eigene Meinung ist uns ja bereits geläufig. Das Gegenteil ist aber der Fall.

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Fortsetzung folgt…